{"id":1083,"date":"2016-04-24T12:00:31","date_gmt":"2016-04-24T10:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=1083"},"modified":"2016-04-24T13:43:32","modified_gmt":"2016-04-24T11:43:32","slug":"mieses-spiel-im-buro","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=1083","title":{"rendered":"Mieses Spiel im B\u00fcro"},"content":{"rendered":"<p>Der Kollege wurde zum neuen Bereichsleiter bef\u00f6rdert. Als die Teilzeitmitarbeiterin ihn um eine Stundenerh\u00f6hung ersuchte, redete er sich in Rage. Wer nur stundenweise arbeite, k\u00f6nne er als Chef nicht gebrauchen. Kurzerhand warf er sie aus der Firma. Vollkommen \u00fcberrascht von der Entwicklung schlich die Mitarbeiterin aus dem B\u00fcro. Womit hatte sie das verdient, fragte sie sich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; width: 260px; height: 117px; margin-left: 25px; margin-bottom: 10px; margin-top: 4px;\" src=\"http:\/\/www.kaihartmann.de\/images\/coaching\/blog\/verbossen260x117.gif\" alt=\"Den Chef raush\u00e4ngen lassen\" \/>Mit einem sicheren Gesp\u00fcr f\u00fcr die Schw\u00e4chen der ehemaligen KollegInnen hatte der Boss eine \u201eDuftmarke gesetzt\u201c. Keiner sollte glauben, nur weil er einer von \u201eihnen\u201c gewesen war, k\u00f6nnten sie sich besondere Freiheiten herausnehmen. Der Kolumnist <a href=\"http:\/\/www.rowohlt.de\/taschenbuch\/sascha-lobo-wortschatz.html\" target=\"_blank\">Sascha Lobo\u00a0\u2197<\/a> hat das als \u201everbossen\u201c bezeichnet. Meist schon mit der Aussicht auf die Bef\u00f6rderung f\u00e4ngt der Chef in Spe an, die Kollegen mies zu behandeln. Ist er dann endlich der Vorgesetzte, wird das demokratische \u201eDu\u201c durch das hierarchische \u201eSie\u201c ersetzt. Vollkommen \u00fcberrumpelt von der Wandlung laufen die Ex-KollegInnen in das offene Messer. Weidlich wird das vom Neu-Chef ausgenutzt, um so seine Position zu festigen.<\/p>\n<p>Miese Tricks lassen sich zwar nicht vermeiden, aber deren Schlagkraft l\u00e4sst sich abmildern. Weil der Chef emotionale Angriffe f\u00e4hrt, w\u00e4re es ratsam, nicht ebenfalls emotional zu werden. Das w\u00e4re lediglich eine hochwillkommene Angriffsfl\u00e4che.\u00a0 Was einen Choleriker dagegen hilflos rasend macht, ist k\u00fchle Ratio, Fakten, scharfer Verstand. Die Teilzeitmitarbeiterin sollte n\u00fcchtern darlegen k\u00f6nnen, dass es gen\u00fcgend Arbeit f\u00fcr eine Stundenerh\u00f6hung gibt und ihre Arbeit unverzichtbar f\u00fcr das Team ist. Ein wenig arbeitsrechtliches R\u00fcstzeug ist ebenso hilfreich \u2013 eine K\u00fcndigung aus einer Laune heraus steht juristisch auf wackeligen F\u00fc\u00dfen, Teilzeitmitarbeiter haben gesetzlich verbriefte Rechte. Doch vor allem sollte allen Neu-Untergebenen klar sein: Es geht dem Chef nur um sein eigenes Profil, nicht um den Menschen gegen\u00fcber. Der ist nur Mittel zum Zweck, einfach eine Figur auf dem Spielbrett seiner Karriereambitionen.<\/p>\n<p>Wenn mir klar wird, dass es weniger mit mir als mit meinem Gegen\u00fcber zu tun hat, wie ich gerade behandelt werde, kann ich den Angriff leichter verdauen und auf k\u00fchle Abwehr setzen.<\/p>\n<blockquote><p>Ich leide \u00fcbrigens auch an einer unheilbaren Krankheit, ich m\u00f6chte dazu stehen und w\u00e4re froh, wenn Sie das drucken: EOA \u2013 Early Onset Asshole (fr\u00fch einsetzendes Arschlochsein).<\/p><\/blockquote>\n<p>Der US-amerikanische Autor und Musiker <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/kultur\/diverses\/Er-ist-der-Forrest-Gump-der-amerikanischen-Politik\/story\/29703851\" target=\"_blank\">Kinky Friedman im Tages-Anzeiger\u00a0\u2197<\/a>, Z\u00fcrich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kollege wurde zum neuen Bereichsleiter bef\u00f6rdert. Als die Teilzeitmitarbeiterin ihn um eine Stundenerh\u00f6hung ersuchte, redete er sich in Rage. 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