{"id":1310,"date":"2017-05-28T19:15:07","date_gmt":"2017-05-28T17:15:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=1310"},"modified":"2017-05-28T20:44:23","modified_gmt":"2017-05-28T18:44:23","slug":"auch-ein-drache-will-geliebt-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=1310","title":{"rendered":"Auch ein Drache will geliebt werden"},"content":{"rendered":"<p>Ihr Job war es, den Laden am Laufen zu halten. Da ging es um Termine, Produktionen, Zulieferer \u2013 ein R\u00e4dchen griff ins Andere. Sandk\u00f6rner im Getriebe konnte sie nicht gebrauchen. Und das zeigte ihr rauer Ton auch ganz deutlich. Doch tief in ihr drinnen sah es ganz anders aus. Merkte das denn keiner?<\/p>\n<p>Wer im Arbeitsleben die Verantwortung f\u00fcr die termingerechte Ablieferung von Produkten tr\u00e4gt, egal ob sie physisch oder digital sind, kommt sich oft vor wie ein Jongleur mit f\u00fcnf, sechs oder gar sieben B\u00e4llen. Die wollen alle in der Luft gehalten werden, keiner darf herunterfallen. Sie m\u00fcssen in der vorgeschriebenen Flugbahn bleiben! Rumtr\u00f6deln kann kein Mensch gebrauchen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die zuliefernden Kollegen ist die Situation \u00e4u\u00dferst unangenehm, manche w\u00fcrden sagen: unmenschlich. Denn sie sollen funktionieren wie eine Maschine. Unabh\u00e4ngig davon, ob gerade das Kind krank zu Hause ist, der letzte Wein mit der Freundin vom Vorabend doch wohl schlecht war oder der Haussegen in der Partnerschaft schief h\u00e4ngt. Und dann kommt der \u201eDrache\u201c, \u201eFeldwebel\u201c, \u201eSklaventreiber\u201c \u2013 die Liste lie\u00dfe sich beliebig fortsetzen \u2013 und speit Feuer, br\u00fcllt Befehle oder schwingt die Peitsche.<\/p>\n<p>Ich lade Sie zu einem gewagten Gedankenexperiment an dieser Stelle ein.<\/p>\n<p>Nehmen Sie an, dass Sie in Wahrheit einen verzweifelten Schrei nach Liebe zu h\u00f6ren bekommen.<br \/>\n<img decoding=\"async\" style=\"float: right; width: 260px; height106px; margin-left: 25px; margin-bottom: 10px; margin-top: 4px;\" src=\"http:\/\/www.kaihartmann.de\/images\/coaching\/blog\/drache260x106.gif\" alt=\"Hinter dem Drachen steht ein Mensch\" \/>Nehmen Sie an, der Drache \/ Feldwebel \/ Sklaventreiber hat ein krankes Kind zu Hause, der letzte Wein mit der Freundin vom Vorabend war wohl doch schlecht oder der Haussegen in der Partnerschaft h\u00e4ngt schief.<br \/>\nAch \u2013 da gibt es keine Partnerschaft, Freundin, Kind? Vielleicht ist das eine gro\u00dfe Sehnsucht?<\/p>\n<p>Was w\u00e4re, wenn dieser Befehlston ein dicker Panzer w\u00e4re, hinter dem es keine Erinnerung mehr gibt, wann einen das letzte Mal ein Mitarbeiter wirklich freundlich angel\u00e4chelt hat (und nicht nur dieses unterw\u00fcrfige schleimige Grinsen zeigte)? Was w\u00e4re, wenn diese Person gerne sagen k\u00f6nnen w\u00fcrde: \u201eIch bin hier f\u00fcr alles verantwortlich und das macht mich fertig\u201c? Und was w\u00e4re, wenn Sie dieser Person <em>ein ehrliches<\/em> freundliches Wort, <em>ein winziges<\/em> Kompliment, <em>ein kleines<\/em> L\u00e4cheln schenken k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Nun, der Drache wird sich vermutlich nicht gleich in eine sch\u00f6ne Jungfrau (oder einen sch\u00f6nen J\u00fcngling) verwandeln, der Feldwebel nicht das Peace-Zeichen machen oder der Sklaventreiber die Verbr\u00fcderung anstreben. Aber f\u00fcr Sie w\u00e4re etwas anders: Sie w\u00fcrden aus dem Gegenangriff rausgehen und h\u00e4tten es selbst in der Hand, die Arbeitssituation von einem etwas mehr entspannten Standpunkt zu betrachten.<\/p>\n<p>Auf Augenh\u00f6he. Von Mensch zu Mensch.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch bin Oz, der Gro\u00dfe und Schreckliche\u201c, antwortete der Mann mit zitternder Stimme. \u201eErschlag mich nicht, bitte! Ich tue alles, was ihr von mir verlangt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Aus: Der Zauberer von Oz von Lyman Frank Baum<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr Job war es, den Laden am Laufen zu halten. Da ging es um Termine, Produktionen, Zulieferer \u2013 ein R\u00e4dchen griff ins Andere. Sandk\u00f6rner im Getriebe konnte sie nicht gebrauchen. Und das zeigte ihr rauer Ton auch ganz deutlich. Doch tief in ihr drinnen sah es ganz anders aus. Merkte das denn keiner? 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