{"id":1470,"date":"2018-02-25T20:30:26","date_gmt":"2018-02-25T19:30:26","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=1470"},"modified":"2018-02-25T20:30:29","modified_gmt":"2018-02-25T19:30:29","slug":"der-grose-fastenspas","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=1470","title":{"rendered":"Der gro\u00dfe Fastenspa\u00df"},"content":{"rendered":"<p>Die Regel war unmissverst\u00e4ndlich: keine Schokolade, 46 Tage lang, zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag. Doch am Geburtstag der Schwester gab es K\u00e4se-Sahne-Torte, lecker! Aus diesem Anlass ist sicherlich eine Ausnahme erlaubt und schlie\u00dflich ist Torte keine Schokolade, oder?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; width: 260px; height129px; margin-left: 25px; margin-bottom: 10px; margin-top: 4px;\" src=\"http:\/\/www.kaihartmann.de\/images\/coaching\/blog\/fastenspass260x129.gif\" alt=\"Freiheit winkt am Ende der Fastenzeit\" \/>Die Fastenzeit mit ihrem klaren Beginn und Ende ist eine traditionelle Herausforderung. Dabei war es in vergangenen Jahrhunderten gleichzeitig auch die Zeit, in der die Wintervorr\u00e4te zu Ende gingen und es notwendig war, den \u201eG\u00fcrtel enger zu schnallen\u201c, um mit dem haushalten zu k\u00f6nnen, was die Speisekammer noch hergab. In einer Zeit des \u00dcberflusses \u2013 zumindest in den reichen L\u00e4ndern dieser Welt \u2013 f\u00e4llt verzichten besonders schwer. Warum sollte ich mir etwas nicht g\u00f6nnen, was ich mir leisten kann?<\/p>\n<p>Fasten wird mit Kasteiung, sich etwas versagen und Freudlosigkeit verbunden. Beim genauen Hinschauen l\u00e4sst sich aber viel Spa\u00df beim Fasten entdecken. Alleine diese ganzen Ausreden f\u00fcr die kleinen Ausnahmen: Der Geburtstag (ein besonderer Anlass), das Gesch\u00e4ftsessen (eine unumg\u00e4ngliche Pflicht), der Butterkeks (enth\u00e4lt keine Schokolade) \u2013 der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Welche Kreativit\u00e4t in diesen Ausweichmechanismen steckt und das selbst bei Menschen, die sich f\u00fcr unkreativ halten. So gibt es die kleinen S\u00fcndenf\u00e4lle, die kurzfristig die Gel\u00fcste befriedigen, doch hintendran trottet oft das schlechte Gewissen. Denn hatte man nicht gerade betrogen?<\/p>\n<p>Vor allem sich selbst betrogen? Ja, man hat sich selbst um den ganz gro\u00dfen Spa\u00df beim Fasten gebracht. Der besteht nicht nur darin, sich st\u00e4ndig am\u00fcsiert bei neuen Ausreden zu ertappen, sondern auch um die Geschmacksexplosion, wenn nach wochenlanger Abstinenz das erste St\u00fcck Schokolade im Mund schmilzt. Diese Wiederschmeckensfreude ist so gut, fast wie beim ersten Mal. Oder die erste Shoppingtour durch Klamottenl\u00e4den \u2013 wow! Da ist der neue Pulli wie ein k\u00f6nigliches Gewand.<\/p>\n<p>Vielleicht aber gibt es auch den allergr\u00f6\u00dften Spa\u00df zu entdecken: Ich kann, ich darf, aber ich brauche nicht. Die Torte? Vermutlich sehr lecker, doch sie lockt mich nicht wirklich. Der Pullover? Sch\u00f6n, doch ich habe genug im Schrank. Der gr\u00f6\u00dfte Spa\u00df beim Fasten kann also sein, wieder die Freiheit \u00fcber meine Konsumentscheidungen zur\u00fcck gewonnen zu haben und Schluss gemacht zu haben mit sucht\u00e4hnlichen Routinen; wieder den freien Willen zu haben, \u201eJa\u201c zu sagen oder auch \u201eNein\u201c.<\/p>\n<blockquote><p>Der Schl\u00fcssel zum Erfolg ist Geduld. Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbr\u00fcten wird das Ei zum K\u00fcken.<\/p><\/blockquote>\n<p>Chinesische Weisheit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Regel war unmissverst\u00e4ndlich: keine Schokolade, 46 Tage lang, zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag. Doch am Geburtstag der Schwester gab es K\u00e4se-Sahne-Torte, lecker! Aus diesem Anlass ist sicherlich eine Ausnahme erlaubt und schlie\u00dflich ist Torte keine Schokolade, oder? Die Fastenzeit mit ihrem klaren Beginn und Ende ist eine traditionelle Herausforderung. 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