{"id":1697,"date":"2019-06-16T20:00:51","date_gmt":"2019-06-16T18:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=1697"},"modified":"2019-06-16T20:20:50","modified_gmt":"2019-06-16T18:20:50","slug":"an-der-projekttanksstelle-gibt-es-heute-kein-benzin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=1697","title":{"rendered":"An der Projekttanksstelle gibt es heute kein Benzin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Chef hatte mit leuchtenden Augen von einer neuen Idee gesprochen, f\u00fcr die er das Projektteam begeistern wollte. W\u00e4hrend einige pflichtbewusst zustimmten, blieb ein Kollege merkw\u00fcrdig still. Das Team wollte nun auch seine Meinung h\u00f6ren. Ehrlich gesagt fand er den Vorschlag \u201eUnsinn\u201c. Doch wie sollte er das sagen, ohne jemanden zu verletzen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal bekomme ich Vorschl\u00e4ge, die mich innerlich rebellieren lassen, ohne dass ich wei\u00df, warum ich so auf die Barrikaden gehe. Zum Gl\u00fcck trage ich das nicht jedes Mal sofort nach au\u00dfen, denn sonst k\u00e4me nur ein wildes verst\u00f6rendes Satzunget\u00fcm raus. Erstmal will ich mir klar werden, warum mich diese Idee, dieses Anliegen so aufregt. Denn auf den ersten Blick kommt es freundlich daher, scheint sinnvoll zu sein und eine Ablehnung steht eigentlich au\u00dfer Frage. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img decoding=\"async\" style=\"float:right; width:260px; height:223x; margin-left:25px; margin-bottom:10px; margin-top:4px;\" src=\"http:\/\/www.kaihartmann.de\/images\/coaching\/blog\/projekttankstelle260x223.gif\" alt=\"Kein Treibstoff f\u00fcr diese Idee\"><p>Mit ein wenig Ruhe, manchmal erst am n\u00e4chsten Morgen, bekomme ich dann den Grund f\u00fcr meine Ablehnung zu fassen. Im Falle eines Projektvorschlages meldet sich bei mir mein innerer Tankwart. Der steht vor der Zapfs\u00e4ule, der Treibstoff (also meine Energie f\u00fcr das Leben) ist streng rationiert. Er soll schlie\u00dflich f\u00fcr alles reichen, was ich so mache: Arbeit, Familie, Freunde und meine eigene Kreativit\u00e4t. Da komme ich also an und m\u00f6chte Benzin und der Tankwart will wissen, wof\u00fcr. Ich erz\u00e4hle es ihm. Kritisch h\u00f6rt er zu \u2013 er scheint den Erfolgsaussichten des Vorhabens zu misstrauen. Da ruft er nach seinem Kollegen, der nebenher Buchmacher ist. Der h\u00f6rt sich das alles nochmal an, schaut nach \u00e4hnlichen Ideen und Projekten in der Vergangenheit, betrachtet das aktuelle Umfeld mit seinen Herausforderungen und kommt zu dem Schluss: auf den Erfolg dieser Idee w\u00fcrde er nicht wetten. Auch wenn sie auf den ersten Blick noch so gut klingt. Der Tankwart nickt, das Ergebnis hat er wohl erwartet. Daf\u00fcr gibt er kein Benzin raus und so bleibt mir die Zapfs\u00e4ule versperrt. Denn schlie\u00dflich gibt es ja noch Familie, Freunde und meine eigene Kreativit\u00e4t, die von dem knappen Gut \u201eEnergie\u201c etwas brauchen.<\/p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn mir das klar geworden ist, bin ich auch nach au\u00dfen\nsprechf\u00e4hig. Ich kann die Initiative wertsch\u00e4tzen, die Erfolgsaussichten als\ngering beschreiben und daher meine Ablehnung gut begr\u00fcnden. Oft mit der\n\u00fcberraschenden Erfahrung, dass Umstehende das so \u00e4hnlich sehen, es aber nicht\nh\u00e4tten ausdr\u00fccken k\u00f6nnen. Wohl dem, der einen guten Tankwart hat.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Priorit\u00e4ten setzen hei\u00dft ausw\u00e4hlen, was liegen bleiben soll.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Helmar Nahr (1931-1990, dt. Mathematiker und\nWissenschaftler)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chef hatte mit leuchtenden Augen von einer neuen Idee gesprochen, f\u00fcr die er das Projektteam begeistern wollte. W\u00e4hrend einige pflichtbewusst zustimmten, blieb ein Kollege merkw\u00fcrdig still. Das Team wollte nun auch seine Meinung h\u00f6ren. Ehrlich gesagt fand er den Vorschlag \u201eUnsinn\u201c. 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