{"id":2004,"date":"2021-12-12T20:30:00","date_gmt":"2021-12-12T19:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=2004"},"modified":"2022-02-10T20:26:24","modified_gmt":"2022-02-10T19:26:24","slug":"same-procedure-as-last-christmas","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=2004","title":{"rendered":"Same procedure as last Christmas?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">S\u00fc\u00dfer die Glocken nie klingen, \u201eLast Christmas\u201c im Radio, Haselnuss und Mandelkern, das haben nicht alle Menschen gern. Unweigerlich bekommen jetzt manche Menschen leuchtende Augen, andere den Blues im Angesicht von Weihnachten. K\u00f6nnen wir Weihnachten \u00fcberhaupt entkommen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt in christlich gepr\u00e4gten L\u00e4ndern kaum ein emotionaleres Fest als das Christfest. Das Kirchenjahr beginnt mit der Adventszeit, im dunkelsten Teil des dunkelsten Monats leuchten Kerzen und verk\u00fcnden Hoffnung auf neues Leben. Sei es an \u201eLucia\u201c (13. Dezember) in Skandinavien, Heilig Abend (24.12.) in Deutschland, Weihnachten (25.12.) in England und S\u00fcdeuropa oder \u201eHeilige Drei K\u00f6nige\u201c (6.1.) in orthodox gepr\u00e4gten L\u00e4ndern: Weihnachten ist ein Fest des Miteinanders und der Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Menschen haben eine Tradition zu Weihnachten, ob sie das wollen oder nicht. Die erste Version ihrer Tradition haben sie als Kind in ihrer Ursprungs-Familie erlebt, die zweite haben sie sich selbst mit ihren Liebsten gestaltet und die letzte wird im Altersheim vorgegeben. Von A wie Adventskranz \u00fcber D wie \u201eDrei N\u00fcsse f\u00fcr Aschenbr\u00f6del\u201c, K wie Kirchgang, S wie \u201eStille Nacht, heilige Nacht\u201c bis Z wie Zimt gibt es unz\u00e4hlige Bestandteile, die sorgsam geh\u00fctet und arrangiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst Misanthropen, die Menschen gegen\u00fcber feindlich eingestellt sind, haben eine Weihnachtstradition: n\u00e4mlich eine bewusste Anti-Haltung, damit aber eben auch ihre Rituale. In all ihrer Ablehnung haben sie sich festlich eingerichtet. Sie kennen die \u201e24 (!) Gr\u00fcnde, Weihnachten zu hassen\u201c in- und auswendig. So schimpfen sie jedes Jahr aufs Neue \u00fcber die immer gleichen Buden, die die Weihnachtsm\u00e4rkte in Dresden, Salzburg oder Luzern einander gleichen lassen wie ein industriell hergestellter Zimtstern dem anderen. Denen \u00fcbertrieben \u00fcbel wird vom Bratfett der Kartoffelpuffer, \u201eWinterapfel\u201c-Duftkerzen und billigem Gl\u00fchwein-Fusel. F\u00fcr die \u201eJingle Bells\u201c klingen wie \u201eHells Bells\u201c. Weihnachten sei Folter und deswegen w\u00fcrden sie auch dieses Jahr wieder alleine bleiben, oder in der Eckkneipe ihr Bier trinken gehen, so wie jedes Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\n<img decoding=\"async\" style=\"width:620px; height:271px;\" src=\"https:\/\/www.kaihartmann.de\/images\/coaching\/blog\/weihnachtenentkommtkeiner620x271.png\" alt=\"Flucht vor Weihnachten ist unm\u00f6glich\">\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn an Weihnachten, da sagt man die Wahrheit und verbringt die Zeit mit den Menschen, die man liebt. So lautet ein Grundmotiv im Film \u201eTats\u00e4chlich Liebe\u201c, der seit fast zwanzig Jahren zu den Weihnachtsfilm-Klassikern geh\u00f6rt. Und wer nur sich selbst liebt, verbringt Weihnachten folgerichtig alleine. Letztendlich kann sich keiner Weihnachten entziehen, wie dieser Dialog zwischen Billy Mack, dem Rockstar und Joe, seinem Manager, aus dem Film \u201eTats\u00e4chlich Liebe\u201c zeigt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Joe: Ich dachte, Du bist bei Elton John?<\/p><p>Billy Mack: Ja, das war ich auch, eine Minute oder so. Dann hatte ich eine Erleuchtung.<\/p><p>J: Im Ernst?<\/p><p>B: Ja.<\/p><p>J: Und, \u00e4hm, was war das f\u00fcr eine Erleuchtung?<\/p><p>B: Naja, es ging dabei um Weihnachten.<\/p><p>J: Du hast gemerkt, dass es einen \u00fcberall hin verfolgt?<\/p><p>B: Nein, aber mir ist klargeworden, dass man Weihnachten doch eigentlich mit den Menschen verbringt, die man liebt.<\/p><p>J: Das stimmt.<\/p><p>B: Naja und offensichtlich hat das unerbittliche Schicksal und irgendwelche grausamen Zuf\u00e4lle es so gewollt, dass ich heute hier stehe, mit Mitte f\u00fcnfzig, und ohne es zu merken habe ich die meiste Zeit meines erwachsenen Lebens mit einem \u00fcbergewichtigen Angestellten verbracht. Und so sehr es mich auch betr\u00fcbt, muss ich doch zugeben, dass ich mich zu einem Menschen in besonderer Weise hingezogen f\u00fchle, und das bist, hm, Du.<\/p><p>J: Na, das ist ja &#8217;ne \u00dcberraschung!<\/p><p>B: \u00c4h \u2026 ja.<\/p><p>J: Zwei Minuten bei Elton John und Du bist schwul wie zehn Fris\u00f6re?<\/p><p>B: Nein, jetzt h\u00f6r mal, es ist mir todernst. H\u00e4tte ich Eltons Fest sonst verlassen, wo mich ein Haufen halbnackter Frauen mit h\u00e4ngenden Zungen und offenem Mund erwartet haben, nur um mit Dir zusammen zu sein? An Heiligabend?<\/p><p>J: Naja, Bill \u2026<\/p><p>B: Es ist eine unerbittliche Laune des Schicksals, aber leider ist mir klargeworden, dass Du die Liebe meines Lebens bist.<\/p><p>J: &#8211;<\/p><p>B: Und um ehrlich zu sein: ich habe zwar immer nur gemeckert, aber wir hatten doch eine wundersch\u00f6ne Zeit.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00fc\u00dfer die Glocken nie klingen, \u201eLast Christmas\u201c im Radio, Haselnuss und Mandelkern, das haben nicht alle Menschen gern. Unweigerlich bekommen jetzt manche Menschen leuchtende Augen, andere den Blues im Angesicht von Weihnachten. K\u00f6nnen wir Weihnachten \u00fcberhaupt entkommen? Es gibt in christlich gepr\u00e4gten L\u00e4ndern kaum ein emotionaleres Fest als das Christfest. 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