{"id":567,"date":"2013-04-07T20:15:54","date_gmt":"2013-04-07T18:15:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=567"},"modified":"2014-09-21T19:36:11","modified_gmt":"2014-09-21T17:36:11","slug":"den-chef-mit-seinen-eigenen-waffen-schlagen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=567","title":{"rendered":"Den Chef mit seinen eigenen Waffen schlagen"},"content":{"rendered":"<p>Die junge Kollegin hat keine Chance: links ist das Fenster, vor ihr der Schreibtisch, hinter ihr die Wand und rechts \u2013 da sitzt ihr Chef. Fast schon auf ihrem Scho\u00df. Und diktiert ihr eine E-Mail in die Tastatur. An Flucht ist nicht zu denken, auch nicht, als er noch r\u00fclpst. Sie finden, das klingt erfunden? Nein, leider muss ich Ihnen sagen, das ist der Alltag bei dieser Mitarbeiterin. <strong>Sie l\u00e4sst diese massive Verletzung ihrer Grenzen zu.<\/strong> Wie kommt es eigentlich zu solch einer Situation?<\/p>\n<p><strong>Es ist einfach, in einer solchen Situation dem Chef die Schuld zu geben:<\/strong> \u201eWie der sich benimmt! Das geht doch gar nicht! Da m\u00fcsste doch jemand mal eingreifen!\u201c Dieser jemand ist dann gerne die n\u00e4chsth\u00f6here F\u00fchrungsebene oder \u201edie Personalabteilung\u201c. Aber ist es nicht so, dass der Chef nur den Raum ausnutzt, der ihm gew\u00e4hrt wird?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; width: 160px; height: 137px; margin-left: 25px; margin-bottom: 10px; margin-top: 4px;\" src=\"http:\/\/www.kaihartmann.de\/images\/coaching\/blog\/grenzenziehen160x137.gif\" alt=\"Grenzen ziehen sich nicht von alleine\" \/>Machtverh\u00e4ltnisse lassen sich gut mit dem Physikunterricht der Mittelstufe erkl\u00e4ren. Da wird Mechanik gelehrt und das Prinzip der kommunizierenden R\u00f6hren. Wasser verteilt sich gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber mehrere Eimer hinweg, wenn diese durch Rohre miteinander verbunden sind. Wasser nimmt sich den Platz, den es braucht. Im Ruhezustand sind die Wasserst\u00e4nde auf einer H\u00f6he.<\/p>\n<p>In der Situation oben sind Angestellte und Chef zwei Eimer, das Wasser ist die Macht. Der Chef dr\u00fcckt nun sein Wasser in den Eimer der Angestellten. Diese setzt keinen Druck dagegen, l\u00e4sst ihn also gew\u00e4hren. <strong>Warum sollte ein Mensch mit Machtinteresse da freiwillig auf den Raum verzichten, der ihm angeboten wird?<\/strong><\/p>\n<p>Was w\u00e4re nun, wenn die Angestellte ausweicht, also ihren Eimer vergr\u00f6\u00dfert, damit ihr das Wasser nicht mehr bis zum Hals steht? Das gibt dem Chef noch mehr Raum und er kommt vielleicht auf die Idee, Kontrollanrufe zu machen, wenn er auf Gesch\u00e4ftsreise ist und zu verlangen, dass seine Assistentin allzeit verf\u00fcgbar am Arbeitsplatz auf seine Anweisungen wartet.<\/p>\n<p>Es wird aus meiner Sicht kein Weg daran vorbeif\u00fchren, dass die Mitarbeiterin die Gummistiefel anzieht und das Wasser, also die Macht des Chefs, zur\u00fcckdr\u00e4ngt. Selbstverst\u00e4ndlich l\u00e4sst sich eine \u00dcberflutung mit fremder Macht nicht sofort zur\u00fcckdr\u00e4ngen, aber <strong>eine Kombination aus treuer Pflichterf\u00fcllung und passivem Widerstand<\/strong> k\u00f6nnte sehr effektiv sein. Chefs mit Kontrollzwang wollen alles genau so erledigt haben, wie sie es sich vorstellen. Das soll ihnen geg\u00f6nnt sein. Jede noch so unsinnige Anweisung wird genau befolgt. Aber nur im Rahmen der \u00fcblichen Arbeitszeit. Dienst nach Vorschrift: alle 15 Minuten notieren, was ich gerade getan habe? Aber gerne! Alleine das Schreiben eines Berichts dauert f\u00fcnf Minuten. Die Berichte k\u00f6nnten auch mit der einen oder anderen dringenden Frage an den Chef gespickt sein, auf deren Antwort ich als Angestellter bestehe. Er muss also alle Berichte am gleichen Tag lesen. Kombiniert mit dem Arbeitszeitkorridor legt das fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die komplette Arbeit lahm.<\/p>\n<p><strong>\u201eWer noch niemals anderen Leuten auf die F\u00fc\u00dfe getreten ist, hat sich vermutlich noch niemals von der Stelle bewegt.\u201c<\/strong> (Franklin P. Jones, Amerikanischer Schriftsteller)<\/p>\n<h1>Vorschau<\/h1>\n<p>\u201eUnd die Jeans hier, die kommt auch zu Oxfam!\u201c sage ich zu meiner Frau und stopfe sie in die T\u00fcte, zu den anderen Pullovern, Hemden und CDs die ich gekauft habe, obwohl sie mich von Anfang an nicht wirklich \u00fcberzeugt haben. Jetzt trenne ich mich endlich von ihnen, ich habe auf diese Art sogar schon mal einen Job entsorgt. Was bringt mich dazu, wider besseres Wissen \u201eJa\u201c zu etwas zu sagen? Lesen Sie die Antwort und erfahren Sie die Aufl\u00f6sung des Dilemmas. Am 28. April hier auf meinem Blog.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die junge Kollegin hat keine Chance: links ist das Fenster, vor ihr der Schreibtisch, hinter ihr die Wand und rechts \u2013 da sitzt ihr Chef. Fast schon auf ihrem Scho\u00df. Und diktiert ihr eine E-Mail in die Tastatur. An Flucht ist nicht zu denken, auch nicht, als er noch r\u00fclpst. Sie finden, das klingt erfunden? 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