{"id":922,"date":"2015-04-13T18:30:44","date_gmt":"2015-04-13T16:30:44","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=922"},"modified":"2015-04-13T18:35:48","modified_gmt":"2015-04-13T16:35:48","slug":"wie-man-den-chef-nach-der-pfeife-tanzen-lassen-kann","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=922","title":{"rendered":"Wie man den Chef nach der Pfeife tanzen lassen kann"},"content":{"rendered":"<p>Das Team war klein und so war es selbstverst\u00e4ndlich, dass jeder mal in der Kaffeek\u00fcche aufr\u00e4umte. Doch eine Mitarbeiterin schaffte es, dass immer ein anderer f\u00fcr sie einsprang. Als auch ihre Privattelefonate \u00fcberhand nahmen und sie anfing, Allianzen gegen andere zu schmieden, musste der Chef eingreifen. Aber an der Frau biss er sich die Z\u00e4hne aus, denn sie hatte eine unschlagbare Art, ihn nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; width: 220px; height: 188px; margin-left: 25px; margin-bottom: 10px; margin-top: 4px;\" src=\"http:\/\/www.kaihartmann.de\/images\/coaching\/blog\/pfeifetanzen220x188.gif\" alt=\"Manche Chefs tanzen nach der Pfeife ihrer Mitarbeiter\" \/>Die Mitarbeiterin war beharrlich, gewieft und ein Leben lang trainiert, ihren Vorteil zu finden. Wo sich schon die Mutter die Z\u00e4hne ausgebissen hatte, w\u00fcrde es doch locker f\u00fcr den Chef reichen. Sie wusste ganz genau, was die betrieblichen Vereinbarungen zu Privatgespr\u00e4chen hergaben. Diesen Spielraum nutzte sie bis zum \u00e4u\u00dfersten Rand aus. Genauso verfuhr sie mit der Kaffeek\u00fcche. Sie sa\u00df in Ruhe aus, dass die Schmerzgrenze der Kollegen in Sachen Ordnung und Sauberkeit niedriger war als ihre. Das war zwar unsozial, aber legal. Schlie\u00dflich sp\u00fcrte sie genau, dass es dem Chef zuwider war, jeden Vorgang verbindlich zu regeln, setzte er doch auf das soziale Miteinander.<\/p>\n<p>Ohne klare Regeln konnte sie sich immer rausreden: Sie h\u00e4tte nicht gewusst, was ihre Aufgaben seien. Kamen dann mal klare Anweisungen, unterstellte sie gleich einen Kontrollzwang. Und als er mal hart durchgreifen wollte, stellte sie sich einfach stur. Er war in einer Zwickm\u00fchle: denn fachlich war der Frau nichts vorzuwerfen. Das wusste sie und nutzte es weidlich zu ihrem Vorteil aus.<\/p>\n<p>Sympathisch mag die Frau auf den ersten Blick nicht sein, aber da sie die vertraglich vereinbarte Leistung brachte, musste der Chef das Verhalten ansprechen, um eine Rebellion im Team zu verhindern. Mit einer Mischung aus ehrlicher Wertsch\u00e4tzung ihrer Qualit\u00e4ten und klaren Regeln l\u00e4sst sich h\u00f6chstwahrscheinlich eher ein T\u00fcr zu Ver\u00e4nderungen \u00f6ffnen als per \u201eOrder Mufti\u201c. Diese Mischung zeigt gleichzeitig Respekt und klare Grenzen. Diese wird die Mitarbeiterin wahrnehmen und sich so weit wie n\u00f6tig f\u00fcgen. Auch wenn das f\u00fcr den Chef Selbstverst\u00e4ndlichkeiten sind &#8211; f\u00fcr sie ist es eine Leistung, die er in einem zweiten Schritt idealerweise anerkennt. Das verst\u00e4rkt die positiven Ans\u00e4tze im Verhalten.<\/p>\n<p>Wenn alle guten Worte nicht mehr helfen, bleibt nur noch die Trennung. Denn der Chef ist der Chef, nicht die Mitarbeiterin.<\/p>\n<blockquote><p>Wer aus der Position der zugeschriebenen Schw\u00e4che argumentiert, wird immer nur quengeln.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sibylle Berg, schweizerische Autorin, Dramatikerin und Bloggerin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Team war klein und so war es selbstverst\u00e4ndlich, dass jeder mal in der Kaffeek\u00fcche aufr\u00e4umte. Doch eine Mitarbeiterin schaffte es, dass immer ein anderer f\u00fcr sie einsprang. 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