{"id":944,"date":"2015-05-10T21:45:02","date_gmt":"2015-05-10T19:45:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=944"},"modified":"2015-05-10T21:44:36","modified_gmt":"2015-05-10T19:44:36","slug":"lebe-wohl-hubschrauber-mutter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=944","title":{"rendered":"Lebe wohl Hubschrauber-Mutter!"},"content":{"rendered":"<p>Am Ende reichte es ihr tats\u00e4chlich. Das jahrelange G\u00e4ngeln und \u00dcberwachen ihrer Mutter fand ein Ende. Und weil sie schon dabei war, machte sie auch mit der \u00dcberkontrolle ihres Ehemannes Schluss. Gut, dass sie noch ein paar Jahre bis zur Rente hatte, die konnte sie jetzt genie\u00dfen. Doch schade, dass sie es erst mit 55 schaffte, sich zu befreien. Warum eigentlich?<\/p>\n<p>Die Tochter und ihre Mutter waren in einem Teufelskreis gefangen. Angefangen hatte es mit der ganz nat\u00fcrlichen Sorge der Mutter um ihr Kind: ihr sollte es gut gehen, das B\u00f6se sollte von ihr ferngehalten werden, damit sie sicher durch das Leben kommt. Dieser Schutzinstinkt \u00fcbersteigerte sich und verlor das rechte Augenma\u00df. Denn er wurde nicht mit einem Bekenntnis zur Freiheit gekoppelt. Statt der Tochter Wurzeln und Fl\u00fcgel zu geben, schlangen sich die Wurzeln wie Gitterst\u00e4be um deren Lebensraum. So litten beide unter der Gluckenglocke. Die Mutter drohte bei jeder Freiheitsbestrebung der Tochter krank zu werden und bekam zunehmend weniger ihr eigenes Leben auf die Reihe, die Tochter lernte selbst\u00e4ndiges Leben nur unzureichend.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; width: 220px; height: 118px; margin-left: 25px; margin-bottom: 10px; margin-top: 4px;\" src=\"http:\/\/www.kaihartmann.de\/images\/coaching\/blog\/gesprengteketten220x118.gif\" alt=\"Irgendwann gelingt es, die Ketten zu sprengen\" \/>Ihr erster Ausbruchsversuch war die Ehe mit einem f\u00fcrsorglichen, verst\u00e4ndnisvollen Mann. Dessen F\u00fcrsorge war aber nur die Maske seines Herrschaftsanspruches, eifers\u00fcchtig wachte er \u00fcber ihre Aktivit\u00e4ten. Zog sie einen Rock an, wenn sie mit der besten Freundin ausging, vermutete er einen heimlichen Liebhaber. Das gemeinsame Haus war durch die Kreditfinanzierung Druckmittel genug, um sie bei der Stange zu halten. Schlie\u00dflich war sie vollst\u00e4ndig abh\u00e4ngig von ihrem Mann und ihrer Mutter. Denn die redete ihr ein: so einen netten Mann k\u00f6nne sich jede Frau doch nur w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Als die eigenen Kinder aus dem Haus waren, sch\u00f6pfte sie erste Hoffnung. Doch noch immer war sie gefangen in den jahrzehntelang trainierten Mustern. Dann aber starb ihr Vater, der Zeit seines Lebens hilflos dem Treiben zugesehen hatte. Diese Ersch\u00fctterung, den letzten Halt zu verlieren, brachte das ganze System zum Wanken. Bevor der Tod der einzige Ausweg aus dem Gef\u00e4ngnis war, das ihr Leben darstellte, wollte sie es wenigstens probiert haben, selbst zu leben. Auch wenn es hart war, zu gehen, so war es noch h\u00e4rter, zu bleiben. Sie packte also ihre Sachen und machte sich davon. Ihr Ziel war M\u00fcnchen, oder Melbourne oder noch besser: Monrovia. Dorthin, in das von ehemaligen Sklaven gegr\u00fcndete Land mit dem Namen \u201eFreiheit\u201c, w\u00fcrde ihr keiner folgen.<\/p>\n<blockquote><p>Lieber ein Ende mit Get\u00f6se als Get\u00f6se ohne Ende<\/p><\/blockquote>\n<p>Werbespruch aus den 1980er Jahren vom \u201aHifi-Haus\u2018 in Frankfurt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Ende reichte es ihr tats\u00e4chlich. Das jahrelange G\u00e4ngeln und \u00dcberwachen ihrer Mutter fand ein Ende. Und weil sie schon dabei war, machte sie auch mit der \u00dcberkontrolle ihres Ehemannes Schluss. Gut, dass sie noch ein paar Jahre bis zur Rente hatte, die konnte sie jetzt genie\u00dfen. Doch schade, dass sie es erst mit 55 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[31,14,20],"class_list":["post-944","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-friends-n-family","category-love","tag-abgrenzschu","tag-selbstliebe","tag-weq"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=944"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/944\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":949,"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/944\/revisions\/949"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}