{"id":987,"date":"2015-11-29T19:00:27","date_gmt":"2015-11-29T18:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=987"},"modified":"2015-11-29T18:46:26","modified_gmt":"2015-11-29T17:46:26","slug":"bitte-nehmen-sie-diese-aussage-personlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.kaihartmann.de\/?p=987","title":{"rendered":"Bitte nehmen Sie diese Aussage pers\u00f6nlich"},"content":{"rendered":"<p>Der Mitarbeiter bat seine Kollegin extra in ein ruhiges Nebenzimmer, um ihr seine Meinung zu sagen. Wie er ihre Arbeitsqualit\u00e4t bewertet und wie sie sich seiner Meinung nach im Team verh\u00e4lt. Der Kollegin schwoll der Hals zu und nur m\u00fchsam schluckte sie den \u00c4rger herunter, als er sagte \u201eNehmen Sie das jetzt bitte nicht pers\u00f6nlich!\u201c Wie soll man denn solche Aussagen nehmen, au\u00dfer pers\u00f6nlich?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; width: 220px; height: 123px; margin-left: 25px; margin-bottom: 10px; margin-top: 4px;\" src=\"http:\/\/www.kaihartmann.de\/images\/coaching\/blog\/luntelegen220x123.gif\" alt=\"Eine Kettenreaktion ausl\u00f6sen\" \/>Der Hinweis \u201eNehmen Sie diese Aussage nicht pers\u00f6nlich\u201c ist ein Totschlagargument, mit dem der Kritiker eine Diskussion \u00fcber seine Behauptungen unterbinden will. Und gleichzeitig ist er sein Freibrief, um sich vor der Verantwortung f\u00fcr unerw\u00fcnschte Gef\u00fchlen zu entziehen. Gef\u00fchle, die seine Worte beim Anderen ausl\u00f6sen. Deshalb m\u00f6ge man doch bitte nur den Sachinhalt betrachten. Als ob man wirklich sortenreine Sachbotschaften austauschen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Ich empfehle, die Worte wirklich pers\u00f6nlich zu nehmen. Damit meine ich: wahrzunehmen, was sie pers\u00f6nlich mit mir machen. Denn ich kann meine Gef\u00fchle wie \u00c4rger, Entt\u00e4uschung oder Ohnmacht nicht verleugnen. Sie sind real in mir und haben etwas mit mir zu tun. Gleichzeitig kann ich eine Unterscheidung vornehmen: zwischen dem Ausl\u00f6ser der Gef\u00fchle \u2013 meinem Gegen\u00fcber \u2013 und der Ursache. Die muss nicht notwendigerweise in dem eben Gesagten liegen und tut es oft auch nicht. Sondern das Gegen\u00fcber hat Feuer an eine Lunte gelegt, die eine Bombe in mir explodieren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Doch das Gegen\u00fcber wei\u00df in der Regel nicht, dass gerade eine Initialz\u00fcndung erfolgt ist. Es reicht ja manchmal ein Wort, ein Unterton, eine Geste, der Winkel in dem der Mund die Worte ausspricht. Das setzt eine Erinnerung frei, eine Reihe von Verletzungen wird sichtbar. Oder ich erinnere mich an eine \u00e4hnliche Situation, aus der ich als unterlegener Verlierer hervorging. Das sind die Ursachen meiner Gef\u00fchle.<\/p>\n<p>Gerade, wenn ich eine Aussage nicht pers\u00f6nlich nehmen soll, tue ich das. Denn so kann ich am meisten dar\u00fcber lernen, welche Gef\u00fchle in mir durch was ausgel\u00f6st werden. Und kann dann, mit ein wenig Training, das alte \u201eAutomatikprogramm\u201c zur Seite schieben. Kann ganz im Hier und Jetzt sehen: was geh\u00f6rt in diese Situation. Und was ist ein Nachhall aus vergangenen Zeiten. Damit gewinne ich die Souver\u00e4nit\u00e4t, den Aussagen zu widersprechen \u2013 oder zuzustimmen. Gerade so, wie es der Situation angemessen ist.<\/p>\n<blockquote><p>Als Initiator bezeichnet man einen Stoff, der bereits in geringer Konzentration eine chemische Reaktion einleitet.<\/p><\/blockquote>\n<p>Brockhaus Enzyklop\u00e4die, 20. Auflage<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mitarbeiter bat seine Kollegin extra in ein ruhiges Nebenzimmer, um ihr seine Meinung zu sagen. Wie er ihre Arbeitsqualit\u00e4t bewertet und wie sie sich seiner Meinung nach im Team verh\u00e4lt. 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