Perfekte Harmonie: ein tödlicher Cocktail

Kaum hatte er seine Ansprache beendet, stieg die Unzufriedenheit in ihm auf. Da gab es Versprecher! Noch schlimmer: ein, zwei Zuhörende schienen wenig begeistert von seinen Ausführungen. Er warf sich vor: warum war ich nicht besser und habe deshalb von allen Zustimmung erhalten?

Manche Menschen halten es nicht aus, wenn es Unfrieden zwischen ihnen und ihrem Umfeld gibt. Sie richten ihr Handeln ständig auf die Reaktionen des Umfelds ab und vermeiden alles, was zu etwaigen Unstimmigkeiten führen könnte. Sie brauchen Harmonie: die freundliche, besser noch freundschaftliche Beziehung zu allen Menschen. Sie können ohne die Anerkennung ihrer Tätigkeiten und Ansichten nicht leben. Dafür sind sie im Zweifelsfall auch bereit, eigene Interessen hinten anzustellen zu Erreichung eines friedlichen größeren Gemeinsamen.

Andere Menschen leben unter einem Perfektionsdiktat, das sie sich selbst auferlegt haben. Präzisionsarbeit, Zuverlässigkeit und Ordnung gelten für sie als oberstes erstrebenswertes Ziel. Sie finden für jedes Ding den rechten Ort, denn das ist ihr Sport. Die Wohnung ist blitzblank und selbst zu spät zu einer Verabredung kommen ist für sie ein Sakrileg, ein Vergehen gegen etwas Heiliges. Diesen hohen Anspruch stellen sie auch an ihr Umfeld und äußern das unmissverständlich, mitunter wenig diplomatisch.

Harmonie und Frieden – immer und überallUnd dann gibt es Menschen, die beide Antriebe in sich vereinbaren und in perfektionistischer Weise nach Harmonie streben. Harmonie und Frieden zu 100 Prozent? Das ist ein tödlicher Mix von Zielen, denn diese Ziele streben in unterschiedliche Richtungen. Wer in Harmonie leben will, muss sich unweigerlich mit den Schwächen und Unzulänglichkeiten der Menschen arrangieren. Als Harmoniebedürftiger wird dann ausgeglichen, nachgesehen und entschuldigt, um ja keinen Zwist aufkommen zu lassen. Konflikte werden um jeden Preis vermieden. Wer nach Fehlerlosigkeit strebt, hält es gerade nicht aus, dass andere Schwächen und Unzulänglichkeiten haben. Als Perfektionist wird dann kontrolliert, geurteilt und gefordert, um ja eine hundertprozentige Zielerreichung abzusichern.

Nicht nur andere, auch an sich selbst haben sie den Anspruch an perfekte Harmonie. Sie halten es schier nicht aus, wenn sie nicht alles getan haben, um Anerkennung für respektvolles Handeln zu bekommen, wenn sie jemanden selbst wenig einer Kleinigkeit verärgert haben könnten.

Diese Mischung aus Harmoniesucht und Perfektionismus ist ein tödlicher Cocktail, weil er die Freiheit zerstört, die wir als fehlerhafte Wesen brauchen. Wir sind nicht perfekt und das Leben besteht aus Konflikten. Wer das für sich negiert und Perfektionismus und Harmonie in allen Bereichen erreichen will, wird nur dann glücklich sein, wenn der Tod eingetreten ist. Dann ist, je nach eigenem Weltbild, die perfekte Harmonie mit dem allumfassenden Göttlichen oder dem allumfassenden Nichts erreicht.

Wer immer nur funktioniert, entzieht sich dem Abenteuer des Lebens.

Armin Müller-Stahl (*1930, deutscher Schauspieler und Maler)

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Reputation-Management mit Klatsch und Tratsch

Ihr Ehemann genoss bei Freunden einen ausgezeichneten Ruf, selbst seine Gegner zollten ihm Respekt: Großzügigkeit, Weisheit und Gelassenheit präge sein Wesen. Doch seine Ehefrau kannte ihn ganz als aufbrausend, ungerecht und launisch. Bei jedem neuen Loblied fragte sie sich: Was würden wohl die Leute sagen, wenn sie die Wahrheit über ihn wüssten, so wie ich?

Für das positive Bild eines Menschen hat die deutsche Sprache eine Vielzahl von Redewendungen parat: Da hat jemand einen tadellosen Ruf, bürgt mit seinem guten Namen, man wisse man nur Gutes über jemanden zu berichten oder es sei jemand ohne Fehl und Tadel. Gemeinsam ist allen, dass eine Person etwas über eine Andere öffentlich sagt, gar bezeugen kann aus erster Hand, manchmal auch nur vom Hörensagen. Das öffentliche Bild eines Menschen ist davon abhängig, was andere Menschen über sie oder ihn zu sagen bereit ist.

Uns scheint es gleichsam zweifach zu geben. Einmal real, einmal als Abbild und der Ruf, der einem vorauseilt und hoffentlich gut ist. Das kann sowohl der des „harten Sanierers“ sein für einen Betrieb in finanzieller Schieflage oder der einer „Brückenbauerin“ bei schwierigen Verhandlungen. Dieses zweite Porträt gehört uns nicht und wir können es nur zum Teil beeinflussen. Es gibt Rufschädigungen, die unwissentlich oder absichtlich mit Klatsch und Tratsch in die Welt gesetzt werden.

Es gibt viele unterschiedliche Meinungen über die eigene Person

Auch der Ruf anderer Menschen oder von Firmen kann abfärben. Nicht von ungefähr gibt es „due dilligence“ Prüfungen bevor Organisationen miteinander eine Kooperation schließen. Dabei wird analysiert, inwiefern es Gefahren gibt, die die Kooperation und den eigenen guten Ruf gefährden. Und umgekehrt gibt es nicht nur im Märchen die Hoffnung „Möge das Licht Deiner Güte und Weisheit auch mich erleuchten, oh großer König/Fürst/Richter!“

Sobald Menschen erfahren, dass ihr Verhalten von anderen gesehen und beurteilt werden kann, verhalten sie sich kooperativer. Denn wer sich in der Öffentlichkeit als hilfsbereit darstellt, wird mit einem guten Leumund belohnt; unabhängig davon, wie man im Privatleben ist. Wer in das Glück oder das Vorankommen von anderen investiert und das in aller Bescheidenheit ganz öffentlich macht, kann sich Lob und Ehre gewiss sein, weitergetragen durch Klatsch und Tratsch. Dann sagen die Leute „Schaut, wie selbstlos sie/er ist!“

Die sog. Sozialen Medien mit ihrer öffentlichen Wirkung verstärken diesen Effekt, im Guten wie im Schlechten. Was „schlecht“ und was „gut“ ist, hängt dabei vom Kontext ab. Wer in einer Umgebung radikaler Menschen für Mitmenschlichkeit eintritt, ist hier Außenseiter, als brutaler Schläger hingegen hoch angesehen. Auch in schlechten Kreisen gilt es, einen guten Ruf zu verteidigen.

Daher verwundert es nicht, dass Erpressung so ein lukratives Geschäft ist. Die Wahrung des guten Rufs ist den Opfern eine Menge Geld wert. Lieber lässt man sich die Hand abhacken, als dass man über sich schlecht geredet haben will. Whistleblower, also Verräter von Geheimnissen, die besser unveröffentlicht blieben, leben nicht umsonst gefährlich. Denn manchmal lässt sich der gute Ruf nur noch mit Gewalt aufrechterhalten.

Audrey Hepburn war sich stets vollkommen sicher, wer sie war und wie sie von uns gesehen werden wollte.

Richard Avedon (1923 – 2004, US-amerikanischer Fotograf)

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Das schwarze Schaf der Familie

Die Familiengeburtstage liefen schon immer so ab: Kaffee, Kuchen, Kartoffelsalat, Würstchen, Bier und Schnaps bis zur völligen Trunkenheit der Gäste. Alle machten mit, bis auf einen Cousin, der eisern nüchtern blieb. Er war halt der Sonderling und manch einer fragte sich: „Der ist so anders, gehört der überhaupt zur Familie?“

Aus guten Gründen gibt es bei Herdentieren bei jeder/jedem Individuum die Tendenz, sich anzupassen. Auch Menschen sind Herdentiere. Wer zur Gruppe gehört, ist bei einem Angriff geschützter, kann auf Anerkennung oder Unterstützung hoffen und gewährt im Gegenzug Hilfe für andere Gruppenmitglieder. Dazu passt man sich einander an, allzu große Abweichungen im Verhalten oder Aussehen werden vermieden.

Doch persönliche Vorlieben oder Eigenschaften lassen sich nicht beliebig glattschleifen und so entsteht mitunter Ausgrenzung. „Das ist das schwarze Schaf in unserer Familie“ kann genauso gut für die einzige studierte Person im bäuerlichen Familienkreis gelten wie für die einzige Handwerkskraft im akademischen Umfeld; den einzigen Vegetarier im Metzgersclan oder die Oldtimerfreundin in der Öko-Kommune.

Als schwarzes Schaf lässt es sich gut leben

Diese Individualisten, diese „nicht Passenden“ stehen vor einer schweren Entscheidung: beuge ich mich dem Gruppendiktat um den hohen Preis, dass ich mich innerlich „falsch“ fühle, meine Wünsche, Talente oder Sehnsüchte unterdrücke „um des lieben Friedens willen“? Oder trage ich den Konflikt nach außen, anstatt ihn in mir selbst auszutragen? Manchmal kann man sich einfach nicht passend machen. Und aus einem Trotz heraus kann eine mutige Entscheidung entstehen: „Wenn ihr mich sowieso anders wollt, dann bin ich eben anders – aber so, wie ich will und nicht so, wie Ihr es wollt!“ Denn die Leute reden sowieso, egal was ich mache. Als schwarzes Schaf nehme ich mir daher Freiheiten heraus, von denen die anderen nur träumen. So lässt es sich prima leben!

Dieser Weg, zu sich und zur eigenen Individualität zu stehen, kann auch einen Preis fordern: den des Ausschlusses aus der Gemeinschaft. Gleichzeitig eröffnet er die Chance, die Energie in die Förderung der eigenen Talente zu investieren anstatt in ihre Unterdrückung. Entwicklung ist nie durch Anpassung alleine möglich, es braucht immer auch eine Konfrontation, eine Auseinandersetzung mit dem Gegebenen.

Unerfüllte Bedürfnisse und Wünsche lassen sich zwar tief vergraben, doch im Untergrund leben sie weiter und revoltieren früher oder später. Letztendlich wird damit das von außen vergebene Stigma des „schwarzen Schafes“ erfüllt: die Ausbrüche aus den fremden Gefängnismauern gelten geradezu als Beweis für die Absonderlichkeit dieses Familienmitgliedes.

Doch scheint mir der individuelle Weg der einzig Gangbare zu sein, da er vielfältige Möglichkeiten eröffnet, während das Unterdrücken der persönlichen Entwicklung das Leben einengt. Einen Kampf muss ich nun mal ausfechten: entweder in mir drinnen gegen mich selbst oder ich bin im Reinen mit mir und kämpfe gegen das Umfeld. Bevor ich mir meinen Willen brechen oder mein Seelenheil gefährden lasse, suche ich persönlich lieber meinen Weg, mein eigenes Leben zu leben. Notfalls im Exil.

Woanders weiß man selber, wer man ist, hier wissen es die anderen. Das ist Heimat.

Aus dem Roman „Sommerfest“ von Frank Goosen

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Wie man die Rente überlebt

Auf der Trauerfeier sprach der Firmenvertreter von einem verdienstvollen Kollegen, der bis zum Schluss mit vollem Einsatz bei der Sache war und sich schon sehr auf die Rente gefreut habe. Und manch ein Zuhörer fragte sich: ist es nicht besonders tragisch, dass der Kollege kurz nach dem Renteneintritt starb?

Was ist Ihr Plan für die Rente? Das Leben einfach genießen? Durch die Welt reisen? Ehrenamtlich tätig werden? Gar der heimlichen Leidenschaft folgen und endlich Altphilologie studieren? Je nach Ziel können mit einem Rentenberater passende Finanzpläne erstellt werden. So ein Plan beschreibt, welche finanziellen Mittel wie angelegt werden, damit sie zum passenden Zeitpunkt verfügbar sind und sich in der Zwischenzeit auch möglichst vermehrt haben. Mögliche Erben werden bedacht, vielleicht vorhandene Immobilien mit einbezogen. Je besser die finanzielle Situation, desto mehr Möglichkeiten bieten sich für die Rentenstrategie. Doch bei dieser Betrachtung kommt die menschliche Komponente zu kurz.

Es gilt, sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch innerlich auf den neuen Lebensabschnitt „Ruhestand“ vorzubereiten. Dafür braucht es meiner Meinung nach eine „Exit-Strategie“ für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Berufsleben. Denn etliche Menschen arbeiten bis zum Schluss mit Vollgas und können die Arbeit nicht loslassen, obwohl sie es doch eines Tages müssen. Von 150% auf null Prozent in einem Tag – das bringt Körper, Geist und Seele aus dem Lot. Gestern galt es noch, Energie bereitzustellen für die Arbeit und heute wird sie nicht mehr gebraucht, verpufft daher im leeren Raum. Der Geist will seine täglichen Aufgaben knabbern und bekommt sie nicht. Der Seele fehlt die Anerkennung des kollegialen Umfelds. Es ist so, als hätte man sich mit aller Macht gegen eine klemmende Tür gestemmt und plötzlich gibt sie nach.

Der Tod lauert in RentennäheMenschen, die auf diese Art in Rente gehen, fallen tief. Krankheiten, lange unterdrückt und beiseitegeschoben, können durch den nachlassenden Gegendruck endlich ausbrechen, das ganze System „Mensch“ gerät aus dem Gleichgewicht. Im Kleinen kennen das viele von der Erkältungs- und Grippewelle in den Weihnachtsferien.

Wer viele Stunden Gespräche, Tonnen von Gehirnschmalz und einiges strategisches Geschick in die Finanzstrategie für die Rente steckt, sollte auch eine Exit-Strategie entwickeln. Sie beschreibt die Schritte, wie das Arbeitsende aktiv vorbereitet werden kann. Es geht darum, statt eines abrupten Endes einen sanften Übergang zu gestalten. Damit werden Körper, Geist und Seele auf den dritten Lebensabschnitt vorbereitet:

  • Wann fange ich an, die Arbeit innerlich loszulassen?
  • Wie reduziere ich meinen Einsatz dort Schritt für Schritt?
  • Wie baue ich mir rechtzeitig Neues auf?
  • Wer werden in Zukunft meine sozialen Kontakte außerhalb der Arbeitswelt sein?

Ohne eine solche mentale Vorbereitung ist die Gefahr sehr groß, dass Gevatter Tod in der Nähe der Rentenziellinie wartet.

Die kleinen Freuden des Rentnerlebens: ein Scotch vor dem Mittagessen.

Aus der engl. Krimiserie „Inspector Barnaby“

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Vorteil für mich, Pech für dich

Als er voll Stolz erzählte, wie er den begehrten Projektleiterposten bekommen hatte, wurde seine Schwester wütend: „Den Job hast Du nur bekommen, weil Du einfach gewisse Privilegien hast!“ Und er fragte sich: „Meine Beförderung habe ich mir doch selbst erarbeitet, oder etwa nicht?“

Bei Beförderungen in Firmen gewinnt oft nicht die bestgeeignetste Person, sondern es wirkt ein ganz besonderes Gemisch aus Privilegien und Leistung. Trotz des verbreitesten Klischees, dass sich eine Frau „hochgeschlafen hat“, sind es oft Männer, die das Rennen machen, auch wenn sie nicht die fachlich-persönlich geeignetste Person sind. Offiziell wird niemand benachteiligt, aber alle wissen, dass einer bevorzugt wurde. Dabei gibt es im Artikel 3 des Grundgesetzes eine oft vergessene Doppelformulierung, was die Gleichheit von Rechten und Chancen angeht: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Weder eine Benachteiligung noch eine Bevorzugung ist erlaubt.

Manchen wird das Gewinnen leichter gemachtIn der gelebten Realität gibt es allerdings Privilegien, die manche Menschen haben, oft ohne sie zu erkennen. Und die Menschen, die sie nicht besitzen, haben entsprechend schlechtere Chancen. Denn die Kehrseite der Benachteiligung ist die Bevorzugung: was der einen zum Nachteil ist, ist dem anderen der Vorteil. Hier ein paar Fragen, die auf Privilegien hinweisen:

  • Wird bei der Stellenbesetzung überlegt, ob die sich bewerbende Person bald Nachwuchs in der Familie haben wird? Antwort: Ja, tendenziell mehr bei weiblichen als bei männlichen Bewerbern.
  • Hat eine Person eine Führungskraft, die sie protegiert? Tendenziell haben Männer stärkere Seilschaften und Netzwerke als Frauen.
  • Wird nach den Leistungen oder den Leistungsversprechen der sich bewerbenden Person geschaut? Frauen fällt es öfters als Männern schwer, ihre Leistungen deutlich anzupreisen.

Auch im Alltag lassen sich Benachteiligungen erkennen, in dem ich Selbstverständlichkeiten hinterfrage. Mir als weißhäutigem Mann um die 50 Jahre steht es nicht zu, über Diskriminierung reden, da ich jede Straße benutzen kann, unabhängig von der Uhrzeit, auch alleine, ohne aus Angst vor Übergriffen meine Wege zu ändern. Oder ich bei Fahrkartenkontrollen keine Schweißausbrüche bekomme, weil man mir nicht vornherein einen Betrugsversuch unterstellt.

Es gibt Situationen, in denen jemand anerkennen muss, dass der Misserfolg nicht darauf beruht, dass sie/er schlecht war, sondern weil jemand anders auch mit Hilfe von Privilegien zum Zuge kam. Diese Benachteiligung ist kein individueller Fehler, sondern ein strukturelles Problem. Ich plädiere sehr dafür, nicht in die Falle zu tappen und das strukturelle Problem zu einem Persönlichen zu machen. Denn es geht nicht um eigenes Versagen, sondern um Macht und Ohnmacht, weil manchen Menschen das Gewinnen leichter gemacht wird.

Nichts ist widerwärtiger als das Glück anderer Leute.

F. Scott Fitzgerald (1896 – 1940, US-amerikanischer Schriftsteller)

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Gerechtigkeit mit einer Prise Rache

Die Stewardess fragte den Fluggast höflich, ob er seinen Platz tauschen würde, damit ein Kind bei seiner Mutter sitze könne. Als er auf seinem Sitz bestand und sich völlig unkooperativ zeigte, bot die Flugbegleiterin dem danebensitzenden Gast ein Upgrade in die Business-Class an, um den benötigten Sitzplatz zu schaffen. Denn ein bisschen Rache ist doch erlaubt, oder?

Es gibt Situationen, in denen von allen Beteiligten ein gewisses Maß an Kooperationswillen gebraucht wird, um sie friedlich zu lösen. Kooperation heißt, mir ist an dem anderen Menschen gelegen, die Beziehung zu ihr/ihm ist mir wichtig. Dafür bin ich bereit, auch mal von meinen Interessen ein Stück abzurücken. So werden Kompromisse ausgehandelt: jeder gibt es etwas ab, in der Summe können alle mit der gefundenen Lösung leben.

Wenn nun eine Person kein Interesse an der Beziehung zu den beteiligten Personen hat und sich ganz und gar auf die Durchsetzung seiner eigenen Interessen konzentriert, sitzt sie am längeren Hebel. Denn Menschen, die ein harmonisches Miteinander anstreben, werden im Zweifel auf ihre Interessen verzichten – um des lieben Friedens willen – und nachgeben. Somit gewinnt eine Seite alles, die andere verliert.

Gerechtigkeit siegt manchmal anders als erwartetWer nur auf seine Interessen schaut, sollte sich bewusst sein, wer im Zweifel wirklich am längeren Hebel sitzt. Im Flugzeug ist das nicht der Fluggast, sondern das Personal und schlussendlich der Pilot. Die Flugbegleiterin erkannte sehr gut, dass es dem Fluggast nicht um eine gute Lösung für alle ging, sondern um seinen eigenen Vorteil. Vielleicht spekulierte er sogar darauf, selbst in die höherwertige Sitzklasse umziehen zu können, wenn er nur hoch genug pokerte. Doch das Blatt der Stewardess war eindeutig besser. Sie gewährte einem anderen die Privilegien, brachte Mutter und Kind zusammen und hatte sogar eine Lehre für den uneinsichtigen Gast parat. Denn schlussendlich spielte sie dessen Spiel mit: ihr war die Beziehung zu diesem Fluggast persönlich egal, sie verhielt sich professionell, korrekt und höflich, siegte so im Machtpoker und sorgte obendrein für eine Genugtuung.

Denn dass die umliegenden Passagiere alle breit grinsten, als sie das Geschehen mitbekamen, zeigt: auch wenn wir alle gerne edel, hilfreich und gut wären, so ein bisschen Rache braucht es wohl hin und wieder im Leben.

Rache ist eine Mahlzeit, die Leute von Geschmack kalt genießen.

Italienisches Sprichwort

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Mir selbst und nicht den Anderen gerecht werden

Der See lockte mit seinem blaugrünen Wasser, doch einen Badeanzug hatte sie nicht dabei. Die Schwerkraft zog schon ein paar Jahrzehnte an ihrem Körper, der mit seinen Fettpolstern längst nicht mehr dem jugendlichen Schönheitsideal entsprach. Was würden die Leute wohl denken, wenn sie sich einfach auszog und nackt in den See sprang?

Wie ich mich in einer konkreten Situation verhalte, ist von vielen bewussten und unbewussten Normen abhängig. Normen, die zum Teil von außen an mich gerichtet werden und solche, die ich aus mir selbst heraus entwickelt habe. Die wenigstens davon kann ich selbst beeinflussen und doch unterliegt all meinen Entscheidungen die bange Angst: Hoffentlich ist das jetzt kein Fehler!

Auf der einen Seite gibt es die Normen von Freunden und Familie, speziell der Eltern, die mit ihren Glaubenssätzen tief in meinem Wertekanon verankert sind. Gesellschaftlich erwünschtes Verhalten, religiös gefordertes und juristisch vorgegebenes Verhalten bilden einen Großteil der Ansprüche, denen ich als handelnde Person unterworfen bin. Alle diese Vorgaben sind eine Fremdbestimmung. Betrachte ich darüber hinaus die Strukturen, in denen ich leben muss, kann der Eindruck entstehen, ich hätte überhaupt keine freie Wahl mehr.

Auf der anderen Seite stehen meine Werte und meine Einstellungen, die mich als Persönlichkeit ausmachen. Auch wie ich meine eigene Geschichte betrachte, gibt mir Hinweise auf meine Handlungswünsche. Diese subjektiven Normen stellen gemeinsam mit den externen Ansprüchen die Basis dar, auf der ich meine konkreten Entscheidungen fälle. Und die – siehe oben – hoffentlich kein Fehler sind. Denn falsche Entscheidungen kann ich mir selbst schwer verzeihen. Außenstehende schlachten sogenannte falsche Entscheidungen oft obendrein aus, denn sie haben es ja schon immer besser gewusst.

Gefangen im Netz der Ansprüche an michAlle diese vielen Normen können sich miteinander verhaken und ein Knäuel an Ansprüchen ergeben, so dass ich wie gefangen und manchmal vollständig blockiert bin. Wie ich es mache, kann es verkehrt sein. Folge ich diesem, ist das aus Sicht von jenem ein Fehler – und umgekehrt. Stolperfallen über Stolperfallen: Ziehe ich einfach die Klamotten aus und springe nackig in den See (ich würde so gerne!) oder besser nicht (aber nicht so wie ich aussehe, außerdem ist das bestimmt verboten)? Bleibe ich einfach zu Hause (um mal durchzuschnaufen) oder gehe ich auf die Vernissage eines angesagten Künstlers (um etwas für meine kulturelle Bildung zu tun)? Stehe ich zu meiner Ahnungslosigkeit was die letzte Staffel einer Netflixserie angeht (und oute mich als Technik-Oldie) oder besser nicht (und nutze Halbwissen aus den Medien für entsprechende Unterhaltungen)?

Wie wäre es daher mit etwas mehr „uncomplicate yourself“ oder auf gut hessisch: „Mach‘ disch logger!“ Dieses Gewirr an verschiedensten Ansprüchen sollte ich in der Tat in Ruhe entdröseln, damit ich wieder zu mir finde und mir selbst gerecht werde. Könnte ich nicht alle fremden Ansprüche an meine Person so einfach abstreifen wie Jeans und Shirt an einem Badesee? Dazu hilft es, tief durchzuatmen, Zeit für eine Antwort zu erbeten und ohne Ablenkung in mich hineinzuhören. Dann kann ich viel einfacher der leisen Stimme lauschen, die mir sagt, was jetzt wirklich die richtige Entscheidung für mich wäre.

Die Gesamtfehlerlage ist in der Tat etwas unübersichtlich.

Matthias Brandt als Heiko Wiedemann im Spielfilm „Der große Aufbruch“

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Deine Aggressivität ist nicht meine Aggression

Es war natürlich ein besonders dickes Auto, das ihm die Vorfahrt nahm und er schickte dem Fahrer noch mehrere hundert Meter ein kräftiges Hupkonzert hinterher. Als er zwanzig Minuten später im Büro ankam, war er immer noch erbost. Und die Kollegen fragten sich: „Welche Laus ist dem denn schon wieder über die Leber gelaufen?“

Im Kampf vereint dank übertragener AggressionenWo sich viele Menschen auf engem Raum begegnen, kann es leicht zu Aggressionen kommen. Denn Rücksichtnahme und Toleranz sind nicht gleichmäßig zwischen den Menschen verteilt. Da ist von der „Kampfzone Autobahn“ die Rede, die überfüllten U-Bahnen sind ein Daueraufreger und Rempeleien im Supermarkt lösen hitzige Gefechte aus, zum Glück meistens nur mit Worten.

Zu wahrer Meisterschaft im Fluchen hat es Kapitän Haddock aus der Comicreihe „Tim und Struppi“ gebracht. Legendär ist sein Universalfluch „Hundertausend heulende Höllenhunde“. Mit Verve und Leidenschaft bringt er seine Botschaft an den Mann. Einmal beschimpft er als Kapitän auf hoher See einen Sklavenhändler und  lässt sich auch von dessen Flucht nicht stoppen. Nach dem Hinweis von Tim „Sinnlos, Kapitän, er kann sie nicht mehr hören, er ist schon zu weit weg“ marschiert er auf die Schiffsbrücke und brüllt dem „Pirat! Amöbe! Kopfjäger! Geier!“ seine Verwünschungen per Megafon hinterher. Hier regt er sich völlig zu Recht auf, doch manchmal reichen geringste Anlässe, um seinen Fluchreiz auszulösen. Frieden hingegen findet er sofort bei einem Schluck Whisky. Diese Lösung ist aber nicht für alle Menschen zu empfehlen.

 Aggressionen, die ins Leere laufen, verletzen nur mich selbstOft genug erwische ich mich (und andere) dabei, noch lange nach dem eigentlichen Ärgernis weiter zu schimpfen. Immer noch ist die ganze Aggression in mir, dabei bekommt der ursprüngliche Verursacher davon überhaupt nichts mehr mit. Die Blitze, die ich vermeintlich gegen den Anderen schleudere, treffen mangels Adressaten dann nur noch mich selbst. Gleichzeitig gebe ich dem Anderen durch mein Verhalten eine ungeheure Macht über mich, denn dessen Aggression überträgt sich auf mich. Des Fremden Verhalten bestimmt selbst dann noch meine Gedanken und Gefühle, wenn dieser Mensch schon weit weg ist; teilweise kann das Stunden später sein.

 Aggressionen kann ich zurückweisen ohne selbst aggressiv zu werdenIch will diesem aggressiven Menschen keine Macht über mich geben. Ein kurzer Impuls zum Zeigen einer Grenze würde doch oft genug ausreichen: Einmal gut gehupt, wenn mir ein Halodri auf der Straße den Weg abschneidet. So mache ich auf mich aufmerksam, um Schlimmeres zu verhindern und dann habe ich mich doch eigentlich auch genug mit dem Anderen beschäftigt. Ist er aus meinem unmittelbaren Umfeld verschwunden, brauche ich ja ihm (oder ihr) gegenüber nicht mehr auf meine Grenze aufmerksam zu machen.

Besonders lehrreich für mich ist es übrigens, wenn ich mich in Anderen sehe, die vor sich hinschimpfen, weil die Bahn zu spät, der Postbote zu langsam oder die Kreuzung von Egoisten blockiert ist. Dann sehe ich, dass das Schimpfen nichts an der Situation ändert. Das hochrote Gesicht desjenigen, der sich ärgert, zeigt mir, wie der ganzer Körper im Alarmzustand ist. Und das völlig grundlos, schließlich bin ich nicht verpflichtet, jede Aufforderung zum Kampf anzunehmen.

Wenn Weilemann schlechte Laune hatte – sich ärgern war die einzige Sache, die man mit zunehmenden Alter immer besser konnte – dann aß er gern etwas, von dem er im Voraus wusste, dass es ihm nicht schmecken würde, das gab seinem Ärger zusätzliches Futter, und so richtig wütend sein, das war ein schon fast wieder jugendliches Gefühl.

Aus dem Roman „Der Wille des Volkes“ von Charles Lewinsky

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Dank Völlerei zum Fastenziel

Am Aschermittwoch beginnt für sie wieder die dunkle Jahreszeit: für das schwammige Ziel „zu entgiften und schlanker zu werden“ stellte sie zwei Listen auf. Eine enthielt die Dinge, auf die sie verzichten musste, die andere Dinge, die sie tun musste. Bei ihrem Anblick wurde sie schwer wie Blei: könnte Ostern nicht bitte schon morgen sein?

40 Tage dauert die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. Die Zahl 40 hat in der Zahlenlehre die Bedeutung einer Grenze und eines Einschnitts. 40 Tage dauerte die Sintflut, war Moses auf dem Berg Sinai und Jesus in der Wüste. Auch die Psychologie geht davon aus, dass es rund 40 Tage dauert, um eine neue Gewohnheit in den Alltag zu integrieren. Eine neue Gewohnheit zu etablieren, ist einfacher, als eine alte abzulegen. Das kann mitunter einige Jahre dauern. Das Erfolgsrezept bei der Neu-Etablierung: Das gewünschte Verhalten mit einem deutlichen Auslösereiz koppeln und dann durch eine Belohnung verstärken.

Dabei sollte diese Belohnung so direkt wie möglich sein. Wenn ich ein konkretes Verlangen wecken kann, dann trägt mich das über jene Kräfte hinweg, die mich sonst im Alten gefangen halten. Anfangs geht es nur, wenn ich das Ganze bewusst mache. Im Laufe des Übens verselbständigt sich mein Verhalten und eine neue Gewohnheit entsteht. Zum Fastenziel gelangen mit Verlangen, Völlerei und Vergnügen? So könnte es gehen:

Ich gönne mir 40 Nächte lang tiefen entspannten Schlaf mit süßen Träumen, der mich frisch und erholt in den Morgen entlässt. Dafür trinke ich abends statt schlafstörendem Wein lieber basische und beruhigende Kräutertees. Unglaublich, welche Geschmacksvielfalt es in diesem Segment gibt!

Ich tauche in reinigendes Wasser und fühle mich wohl wie ein Fisch oder ein Ungeborenes im Mutterleib, weil ich mich mit dem Urelement schlechthin verbinde. Dabei spüre ich die Leichtigkeit meines Körpers, der sich angenehm bewegen lässt. Das Vergnügen des Schwimmens gestatte ich mir jede Woche.

Ich gehe kulinarisch auf Weltreise und entdecke Früchte aus allen Kontinenten. Die besten Winteräpfel aus der Region, die ersten Südfrüchte aus Italien, orientalische Köstlichkeiten, asiatische Leckereien und was hat eigentlich Lateinamerika zu bieten? Ich leiste mir jeden Nachmittag Obst-Exkursionen statt Schokoladenzucker.

Ich stelle mich abends auf den Balkon oder ans Fenster und schaue den Himmel an. Jeden Tag gibt es ein neues Meisterwerk aus Farben und Formen, jeden Tag ist ein bisschen später Sonnenuntergang, jeden Abend ein bisschen mehr oder weniger Mond. Die Freiheit einer Handyauszeit nehme ich mir in aller Ruhe.

Belohnungen führen zum Ziel

Hat man die erste Hürde geschafft, einen neuen Auslösereiz zu etablieren, wird die Gewohnheit zum Selbstläufer.

Ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht.

Oscar Wilde (1854 – 1900, irischer Schriftsteller)

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Befreiung aus einem selbstgebauten Gefängnis

Die Abschiedsrede der Kollegin fiel kurz aus: „Das Leben ist zu kurz für später!“ Damit traf sie den Nerv vieler Anwesenden, denn im Anschluss gab es viele Gespräche, die alle um die gleiche Frage kreisten: „Welchen Spielraum habe ich für mein Handeln, auch wenn es scheinbar keinen gibt?“

Das eigene Leben aus der Hand gebenSo manche Lebenssituation scheint verfahren zu sein. Auf der Arbeit sieht es so aus, als ob es keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr gäbe, alle Wege nach oben oder vielleicht auch in eine andere Abteilung sehen versperrt aus. In der Beziehung ist scheinbar alles gesagt, alles ausprobiert worden und die Partner fühlen sich unglücklich aneinander gekettet. Von einem Freund/einer Freundin höre ich immer nur die gleiche Leier über das ungerechte Leben, das einfach nur Pech und Schwefel bereit halten würde. Kurz und gut: Alles ist grau und schwarz und man nehme am besten einen Strick und erschieße sich.

Allen Beispielen gleich ist der Eindruck, einer Situation hilflos ausgeliefert zu sein. Es (was immer dieses „es“ auch ist) macht etwas mit mir und ich bin zu arm an Kraft und Möglichkeiten, um selbst etwas zu tun. Willfährige Opferhaltung ist manchmal das Mittel der Wahl, um mit komplizierten und komplexen Situationen fertig zu werden. Diese Opferhaltung vereinfacht das Leben: Ich bin nicht verantwortlich für mein Leben, weil nicht ich Regie im Film meines Lebens führe. Es ist der Weltengeist, der Partner, der Chef, etc. Weil der so ist, wie er ist, bin ich an der Entfaltung meiner Möglichkeit gehindert. Ich könnte mein Ziel erreichen, wenn – ja wenn der Weltengeist, der Partner, der Chef, etc. nur anders wäre! Die Schuld liegt daher nie bei mir selbst, sondern immer bei Dritten.

Dabei übersehe ich, was ich tatsächlich tun könnte. Einmal angenommen, ich bekäme den Auftrag, einen neuen Kühlschrank zu entwickeln. Der einfachste Weg wäre dieser: ich recherchiere die Standardmaße und die technischen Vorgaben. Daraus denke ich mir dann in diesem freiwillig eingeschränkten Rahmen einen neuen Kühlschrank aus. Wenn ich jedoch einmal versuche, eine Stufe tiefer zu gehen, dann wäre die erste Frage: „Was muss ein Kühlschrank können?“. Er muss Lebensmittel frisch halten. Das kann auf diese und jene Arten erfolgen, die jeweils ganz andere Voraussetzungen brauchen und vor allem ganz unbekannte Dimensionen der Umsetzung ermöglichen.

Meister*in des eigenen Lebens werdenÜbertragen auf mein Leben wären tiefergehende Fragen zum Beispiel: Welche Dinge, die mich einschränken und die ich als gegeben hinnehme, sind wirklich unveränderlich? Worauf könnte ich verzichten, sei es auch nur vorübergehend? Was wollte ich schon immer mal in mir leben, mit mir erreichen? Was sind meine absoluten Grenzen?

Diese Fragen weiten den Horizont und lenken den Blick auf bisher nicht wahrgenommene Freiheiten. Sie können mich aus meiner passiven Haltung herausholen und mich aktiv werden lassen. Manchmal steht am Ende der Überlegungen eine Kündigung, manchmal eine Scheidung, manchmal vielleicht aber auch ein Projektauftrag oder ein neuer Umgang in der Partnerschaft.

Ich werde Meister*in meiner Geschicke, wenn ich mich meine Opferhaltung aufgebe.

Man kann die eigenen Grenzen nur feststellen, indem man sie gelegentlich überschreitet. Das gilt für jene, die man sich selbst setzt, ebenso wie für jene, die einem andere setzen.

Josef Broukal (*1946, österreichischer Journalist)

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